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So macht dir Training endlich wieder Spaß

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Spielen ist nicht nur etwas für Kinder. Erfahre, wie Training wieder Spaß macht – und warum genau das der Schlüssel ist, um langfristig dranzubleiben.

Lesezeit 10 Min.

Aus psychologischer Sicht ist Spielen ganz einfach: Du tust etwas, weil es dir Freude bereitet, nicht wegen des Ergebnisses. Körperlich zeigt sich das in spontaner, ungeplanter Bewegung ohne feste Regeln oder Erwartungen. Studien deuten darauf hin, dass spielerische Bewegung die Ausschüttung von Endorphinen fördern und gleichzeitig den Cortisolspiegel – also das wichtigste Stresshormon des Körpers – senken kann. Das Ergebnis: weniger Stress, bessere Laune und Bewegung, die sich schon in diesem Moment gut anfühlt.2

Denk mal zurück an deine Kindheit. Du bist gerannt, geklettert, hast getobt und dich bewegt – einfach, weil es Spaß gemacht hat. Niemand musste dich dazu überreden. Du hast es einfach gemacht.

Irgendwann hat sich das verändert. Bewegung fühlte sich nicht mehr nach Spielen an, sondern nach einem To-do. Aus „Ich will mich bewegen“ wurde „Ich muss trainieren“. Und genau an diesem Punkt wird Training schnell zu einem weiteren To-do. Und selbst die besten Trainingspläne können dann nicht mehr funktionieren.

Die gute Nachricht? Das lässt sich ändern. Wenn du den Spaß zurück in dein Training bringst, fühlt sich Bewegung nicht mehr wie eine Verpflichtung an. Das klingt vielleicht simpel, ist aber alles andere als belanglos. Oft ist genau das der Unterschied zwischen einem Training, das du auch in einem Jahr noch durchziehst und einem, das du nach wenigen Monaten wieder über Bord wirfst.

Und dabei spielt es keine Rolle, ob du gerade erst mit Fitness anfängst oder schon seit Jahren trainierst: Die Forschung kommt immer wieder zum gleichen Schluss: Nicht Disziplin hält dich langfristig in Bewegung. Sondern Spaß.

In diesem Artikel liest du, was spielerische Bewegung eigentlich ausmacht, was die Wissenschaft zu ihrer Wirkung auf dein Training sagt und wie du ganz einfach mehr davon in deinen Alltag integrierst.

Was bedeutet „spielerische Bewegung“ eigentlich – und warum ist sie nicht nur etwas für Kinder?

Spielerische Bewegung bedeutet, sich aus Freude an der Bewegung zu bewegen oder anders gesagt: einfach, weil es Spaß macht. Das bedeutet aber nicht, dass jede Form von Bewegung automatisch spielerisch ist. Der entscheidende Unterschied zu Sport, Training oder selbst einem entspannten Spaziergang ist der Zweck.

Sport hat Regeln und verfolgt oft ein Wettkampfziel. Beim Training geht es darum, ein bestimmtes Ziel zu erreichen, zum Beispiel stärker zu werden oder deine Ausdauer zu verbessern. Und so schön ein Spaziergang auch sein kann: Spielerisch ist er deshalb noch nicht unbedingt. Spielerische Bewegung braucht kein anderes Ziel als den Moment selbst. Das kann eine spontane Tanzeinlage in der Küche sein, auf einen Baum klettern, obwohl du wahrscheinlich längst zu alt dafür bist, oder eine Runde Fangen mit Freunden.

Der eigentliche Unterschied liegt in deiner Motivation, also darin, warum du etwas tust. In der Psychologie spricht man von intrinsischer Motivation, wenn du etwas tust, weil es dir Freude bereitet. Extrinsische Motivation dagegen entsteht durch ein äußeres Ziel oder eine Belohnung, z. B. abzunehmen oder fitter zu werden.

Studien zeigen, dass extrinsische Ziele zwar oft der Auslöser sind, überhaupt mit dem Training zu beginnen- Langfristig reichen sie aber oft nicht aus, um dranzubleiben. Eine häufig zitierte Übersichtsarbeit von Teixeira und Kollegen zeigt, dass langfristige Trainingsgewohnheiten deutlich stärker mit intrinsischer Motivation zusammenhängen.1  In anderen Worten: Wenn dir Bewegung wirklich Spaß macht, ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich größer, dass du langfristig am Ball bleibst.

Spielerische Bewegung ist also kein Kinderkram. Sie ist eine der wichtigsten Grundlagen für langfristige Motivation.

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Warum ist spielerische Bewegung gerade für uns Erwachsene so wichtig?

Spielerische Bewegung macht nicht nur Spaß – sie setzt auch messbare Prozesse in deinem Körper und Gehirn in Gang. Dabei sind die Ausschüttung von Endorphinen und der sinkende Cortisolspiegel – dem wichtigsten Stresshormon des Körpers – längst nicht die einzigen Vorteile.

Menschen, die sich selbst als besonders verspielt beschreiben, greifen in stressigen Situationen häufiger zu gesunden Bewältigungsstrategien: Sie akzeptieren schwierige Situationen eher oder betrachten sie aus einer neuen Perspektive – ein Zusammenhang, den Magnuson und Barnett in ihrer Studie zu Verspieltheit und Stressbewältigung dokumentiert haben.2

Und diese positiven Effekte beschränken sich nicht nur auf Kinder. Eine Studie zu spielerischen Erfahrungen junger Erwachsener zeigt ein ähnliches Bild: Menschen, die spielerische Aktivitäten regelmäßig in ihren Alltag integrieren, sind oft resilienter. Dafür Verantwortlich sind vor allem mehr positive Emotionen und mehr emotionale Intelligenz.3

Ein Grund dafür ist der sogenannte Flow-Zustand – der Moment, in dem du so sehr in einer Tätigkeit aufgehst, dass Grübeln und Selbstkritik keinen Raum mehr haben. Genau durch diesen Perspektivwechsel wird aus einem „Ich muss“ ein „Ich darf“.

Kurz gesagt: Spielerische Bewegung holt dein Gehirn aus dem reinen „Erledigungsmodus“ heraus und bringt dich in einen Zustand, in dem sie sich wieder leicht anfühlt. Und das Beste daran: Genau diesen Zustand kannst du trainieren.

Welche Vorteile hat spielerische Bewegung für dein Training?

Dein Körper verändert sich. Was spielerische Bewegung ausmacht sind ständig neue und abwechslungsreiche Bewegungsabläufe. Das fordert dein Gehirn auf eine Weise heraus, wie es monotones Training kaum kann. Eine Studie von Lakhani und Kollegen zeigt, dass das Erlernen neuer Bewegungen selbst im Erwachsenenalter messbare Veränderungen im Gehirn bewirken kann, unter anderem in der weißen Hirnsubstanz4 (zuständig für den Informationsaustausch zwischen Hirnregionen). Wer regelmäßig unterschiedliche Bewegungen statt immer dieselben Übungen ausführt, kann neu Erlerntes außerdem besser behalten und es leichter auf andere Bewegungen übertragen.4 Das Ergebnis? Bessere Koordination, schnellere Reaktionen und mehr Beweglichkeit – nicht nur mehr Kraft oder Ausdauer.

Auch dein Kopf profitiert. Wie wir schon gesehen haben, kann dir spielerische Bewegung dabei helfen, Stress abzubauen.2 Nach einem anstrengenden Arbeitstag hilft dir eine spielerische Trainingseinheit oft besser beim Abschalten als ein starres Workout, das sich einfach wie das nächste To-do anfühlt.

Und auch das Dranbleiben fällt dir leichter. Eine Metaanalyse von Mazeas und Kollegen, die 16 Studien mit mehr als 2.400 Teilnehmenden ausgewertet hat, zeigt: Schon spielerische Elemente wie Punkte, Level oder kleine Challenges sorgen dafür, dass Menschen sich nachweislich mehr bewegen.5 Dieser Effekt nimmt zwar mit der Zeit etwas ab, lässt sich aber auch Monate später noch nachweisen.5 Kurz gesagt: Je mehr Spaß du beim Training hast, desto weniger Überwindung kostet dich das nächste Workout.

Und dieser Effekt kann langfristig anhalten. Weil intrinsische Motivation entscheidend dafür ist, langfristig dranzubleiben1, ist spielerische Bewegung kein netter Bonus. Sie ist ein wirksames Tool, um langfristig Spaß am Training zu haben und Trainingsfrust zu vermeiden. Denn wenn sich Bewegung gut anfühlt, musst du dich nicht jedes Mal aufs Neue dazu aufraffen.

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Wie sehen spielerische Workouts eigentlich aus?

Du brauchst dafür keinen Spielplatz. Hier ein paar einfache Ideen, die wieder mehr Spaß in dein Training bringen:

  • Exercise Snacks: Kurze Bewegungseinheiten über den Tag verteilt, z. B. Treppen steigen, ein paar Squats oder eine spontane Tanzeinlage. Eine aktuelle Zusammenfassung im British Journal of Sports Medicine zeigt, dass schon zwei fünfminütige Bewegungseinheiten pro Tag die Herz-Kreislauf- und Lungenfunktion zuvor inaktiver Erwachsener deutlich verbesserten. Gleichzeitig hielten sich über 90 % der Teilnehmenden an das Programm.6
  • Spielerische Workouts: Reaktionsübungen, kleine Challenges oder ein selbst gebauter Hindernisparcours im Park mit anderen Free Athletes.
  • Cardio mal anders: Tanz-Workouts, eine Runde Fangen oder ein paar Körbe werfen. Werde kreativ! Dein Zone-2-Training muss nicht nur aus Kilometern auf dem Laufband bestehen.
  • Krafttraining mal anders: Plank- oder Pushup-Challenges oder ein Zirkel, bei dem der Würfel über die nächste Übung entscheidet. Es gibt unzählige Möglichkeiten, ganz nebenbei mehr Spaß an Bewegung zu entwickeln.
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So bringst du mehr Spaß ins Training

Ab ins Freie Training an der frischen Luft hebt die Stimmung und stärkt das Selbstwertgefühl nachweislich mehr

als ein Workout in geschlossenen Räumen. Und je näher du der Natur bist, desto größer ist der Effekt. Besonders positiv wirkt Bewegung in der Nähe von Gewässern, wie eine bekannte Analyse von Barton und Pretty zeigt.7 Oft reicht schon eine Laufeinheit in der Natur statt der nächsten Einheit auf dem Laufband.

Verpass deiner Playlist ein Upgrade: Neue, energiegeladene Musik kann einem vertrauten Workout neues Leben einhauchen – ein einfacher Trick mit überraschend großer Wirkung. Probier doch mal ein Genre aus, das du normalerweise nie hören würdest.

Trainiere gemeinsam mit anderen: Bereits Anfang der 90er-Jahre fanden Spink und Carron heraus, dass Menschen deutlich länger am Ball bleiben, wenn sie sich ihrer Trainingsgruppe zugehörig fühlen.8 Mit anderen zu trainieren macht nicht nur mehr Spaß – es hilft dir auch, dranzubleiben. Schon ein fester Termin mit einem Trainingspartner pro Woche kann einen großen Unterschied machen.

Lerne etwas Neues: Klettern, Tanzen oder eine andere neue Sportart auszuprobieren sind tolle Möglichkeiten, um in Bewegung zu bleiben. Ungewohnte Bewegungsabläufe fordern dein Gehirn heraus und machen Fortschritte spürbar4 – genau der Mix, der Bewegung wieder spielerisch macht. Und keine Sorge, wenn du dich am Anfang noch unbeholfen fühlst. Das bedeutet nicht, dass du „unsportlich“ bist. Du lernst einfach etwas Neues.

Noch mal in Kürze

Spielerische Bewegung kann der Schlüssel sein, um aus einem „Ich muss trainieren“ wieder ein „Ich möchte mich bewegen“ zu machen. Die Forschung zeichnet hier ein erstaunlich klares Bild: Langfristig bringt dich nicht Disziplin weiter, sondern Freude an Bewegung.

Und dafür musst du nicht deine komplette Trainingsroutine auf den Kopf stellen. Oft reicht schon eine kleine Veränderung: Mach aus einem Satz eine Challenge, aus Wiederholungen ein Spiel oder entdecke eine Art der Bewegung, die dir einfach Spaß macht.

Die Belohnung ist nicht nur ein stärkerer Körper – sondern eine Trainingsroutine, bei der du langfristig dranbleibst.

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FAQ

Wie kann ich mehr Spaß am Training haben?

Bring Abwechslung rein: Geh nach draußen, trainiere mit anderen oder baue spielerische Elemente ein, statt dich an einen starren Trainingsplan zu halten.

Wie kann ich wirklich Spaß an meinen Workouts haben, statt mich nur durchzubeißen?

Konzentriere dich darauf, wie sich Bewegung im Moment anfühlt, nicht nur auf das Resultat danach. Dieser einfache Perspektivwechsel stärkt deine Motivation von innen heraus.

Was sind „Exercise Snacks“ und wie helfen sie mir?

Exercise Snacks sind kurze, spontane Bewegungseinheiten, die nur ein paar Minuten dauern und sich leicht in deinen Alltag integrieren lassen. Studien zeigen, dass sie deine Fitness verbessern können.6

Brauche ich spezielles Equipment für spielerisches Training?

Nein. Für spielerische Bewegung, von Exercise Snacks bis zu einer Runde Fangen, brauchst du kein Equipment. Alles, was du brauchst, ist etwas Platz und dein eigenes Körpergewicht.

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