Es gibt kaum etwas Schöneres, als bei Sonnenschein unter freiem Himmel zu trainieren. Und ganz nebenbei bekommst du dadurch einen sonnengeküssten Teint. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen – solange du deine Haut schützt und es mit dem Sonnenbaden nicht übertreibst.
Deshalb haben wir ein paar Tipps für gesundes Bräunen zusammengestellt, damit du ohne Bedenken Sonne tanken und den Sommer genießen kannst.
Wie kommt es zu gebräunter Haut?
Hinter einem sonnengeküssten, etwas dunkleren Hautton steckt eigentlich der natürliche Abwehrmechanismus der Haut. Wenn nämlich Sonnenstrahlen auf die Haut treffen, wird die Bildung von Melanin angeregt, einem Pigment, das UV-Strahlen absorbiert und streut.
Dadurch wird die DNA in den Hautzellen geschützt und gleichzeitig Folat (Vitamin B9) im Blut erhalten.1 Melanin ist außerdem das Pigment, das der Haut ihre Farbe verleiht – eine Eigenschaft, die sich im Laufe der Evolution entwickelt hat.
Die Hautfarbe ist also das Ergebnis eines evolutionären Gleichgewichts. Bei intensiver Sonneneinstrahlung schützt dunklere Haut das Folat (unerlässlich für die DNA und eine gesunde Schwangerschaft). Bei geringerer Sonneneinstrahlung lässt hellere Haut genügend UVB-Strahlung durch, damit der Körper ausreichend Vitamin D bilden kann.2
Ein gebräunter Teint ist daher eine vorübergehende Form dieses evolutionären Gleichgewichts: Die Haut produziert mehr Melanin, um sich vor stärkerer Sonneneinstrahlung zu schützen.
Wieso sind unsere Vorfahren nicht an Hautkrebs gestorben?
Wenn sich die menschliche Haut als Schutzmechanismus entwickelt hat, warum sind unsere Vorfahren dann nicht an Hautkrebs gestorben? Dafür gibt es zwei Gründe.
Erstens: Krankheiten, die erst später im Leben auftreten, entgehen häufig dem evolutionären Selektionsprozess. Hautkrebs infolge von UV-Strahlung entwickelt sich meist nach dem reproduktiven Alter, also nachdem die meisten Menschen bereits Kinder bekommen und großgezogen haben.
Es gab daher kaum evolutionären Druck, einen stärkeren Schutz dagegen zu entwickeln.
Zweitens nahm die Sonneneinstrahlung früher meist allmählich zu oder ab und entsprach in der Regel den Bedingungen, an die die Menschen angepasst waren. Heute entsteht das Risiko vor allem dann, wenn diese Anpassung nicht mehr der tatsächlichen Sonneneinstrahlung gerecht wird, etwa wenn Menschen mit an sonnenarme Regionen angepasster heller Haut in einer Region mit intensiver Sonneneinstrahlung leben, Urlaub machen oder ins Solarium gehen.
Eine Übersichtsarbeit, die 57 Studien ausgewertet hat, zeigte, dass gelegentliche, starke UV-Belastung das Melanomrisiko um rund 60% erhöht. Bei regelmäßiger Sonneneinstrahlung ließ sich hingegen kein eindeutiger Zusammenhang nachweisen.3
Gebräunte Haut ist kein Ersatz für Sonnenschutz
Ein dunklerer Teint wird manchmal als „natürlicher Sonnenschutz“ erachtet, jedoch bietet er keinen ausreichenden Schutz und ersetzt daher die Sonnencreme auf keinen Fall. Eine Grundbräune entspricht einem Lichtschutzfaktor (LSF) von etwa 3 bis 4. Das ist zu wenig, um einen Sonnenbrand zu vermeiden oder die Haut wirksam vor UV-Strahlung zu schützen.
Noch problematischer ist, dass eine Grundbräune nicht schützt, sondern unter Umständen sogar das Gegenteil bewirken kann: Um sie zu entwickeln, muss die Haut UV-Schäden in Kauf nehmen, die das Hautkrebsrisiko erhöhen können.4
Deshalb ist ein guter Sonnenschutz heute wichtiger denn je – auch wenn sich eine Grundbräune „natürlicher“ anfühlt als Sonnencreme. Wir werden älter als unsere Vorfahren und sind zudem häufiger intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt, oft in Regionen, an deren UV-Bedingungen sich unsere Haut nie angepasst hat.

Gesund bräunen: 5 smarte Tipps
Sommer, Sonne und eine gesunde Haut schließen sich nicht aus. Mit diesen fünf einfachen Gewohnheiten kannst du die warmen Monate genießen und deine Haut gleichzeitig vor UV-Strahlung schützen.
Sei konsequent beim Sonnenschutz
Sonnencreme ist die wichtigste Maßnahme, um deine Haut zu schützen. So wendest du sie richtig an:
- Wähle: eine wasserfeste Sonnencreme mit Breitbandschutz und mindestens LSF 30
- Trage: etwa 30 ml Sonnencreme am ganzen Körper auf, auch an Stellen, die leicht vergessen werden)
- Creme nach: mindestens alle zwei Stunden sowie nach dem Schwimmen oder starkem Schwitzen
Wähle den richtigen Zeitpunkt
Wenn du dein Workout nach draußen verlegen willst, solltest du die intensive Mittagssonne meiden. Trainiere stattdessen früh am Morgen oder später am Abend, wenn die Sonne bereits tiefer steht.
Trinke ausreichend und pflege deine Haut
Du möchtest einen sonnengeküssten Teint? Dann achte darauf, ausreichend zu trinken. Das unterstützt nicht nur deine Leistungsfähigkeit, sondern sorgt auch dafür, dass du dich insgesamt wohler fühlst.
Für deine Haut gilt außerdem: Eine tägliche Feuchtigkeitspflege hilft, Feuchtigkeit zu bewahren und Trockenheit sowie schuppiger Haut vorzubeugen.
Greif zu diesen Lebensmitteln für einen strahlenden Teint
Bestimmte Lebensmittel können einen strahlenden Teint begünstigen, z. B. wasserreiches Obst und Gemüse. Gurken, Melonen, Pfirsiche und Orangen versorgen deinen Körper mit Flüssigkeit und unterstützen deine Haut.
Lebensmittel, die reich an Beta-Carotin oder Antioxidantien sind, wie Karotten und Mango, können deiner Haut zudem einen leicht sonnengebräunten Teint verleihen. Allerdings ersetzt kein Lebensmittel der Welt den richtigen Sonnenschutz mit ausreichendem Lichtschutzfaktor!
Bleib in Bewegung
Falls dir noch ein Grund gefehlt hat, um aktiv zu werden, ist der Sommer das schlagende Argument. Statt den ganzen Tag auf der faulen Haut zu liegen, kannst dich bei einer Partie Beachvolleyball, einer Wanderung oder beim Schwimmen so richtig auspowern.
Wer sich bewegt, setzt sich der Sonne automatisch nicht dauerhaft aus und hat zwischendurch immer wieder Gelegenheit, sich im Schatten abzukühlen.

Nochmal in Kürze:
Ein sonnengeküsster Teint ist ein schöner Nebeneffekt eines aktiven Lebensstils, nicht das Ziel.
Ob beim Laufen, Schwimmen, Wandern oder beim Training unter freiem Himmel: Zeit draußen zu verbringen tut sowohl deinem Körper als auch deinem psychischen Wohlbefinden gut.
Und weil sonniges Wetter ein echter Motivationsboost sein kann, ist es umso wichtiger, die Sonne verantwortungsvoll zu genießen.
Verwende den richtigen Sonnenschutz, trinke ausreichend und unternimm die nötigen Schritte, um einen Sonnenbrand zu vermeiden. So kannst du die Zeit im Freien heute und auch in Zukunft unbeschwert genießen.
Denn wahre Ausstrahlung beginnt mit gesunder Haut.
FAQs
Was versteht man unter gebräunter Haut?
Die Haut bildet nach UV-Strahlung mehr Melanin und wird dadurch dunkler.
Wirkt gebräunte Haut wirklich wie ein „natürlicher Sonnenschutz“?
Mit einem Lichtschutzfaktor von etwa 3 bis 4 ist gebräunte Haut kein geeigneter Ersatz für Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30.
Welche Lebensmittel sorgen für einen strahlenden Teint?
Wasserreiche Lebensmittel wie Gurken, Melonen, Orangen und Pfirsiche versorgen die Haut mit Flüssigkeit und tragen zu einem gesunden, strahlenden Teint bei.
Wie kann ich die Sonne genießen, ohne meine Haut aufs Spiel zu setzen?
Halte dich an die Grundlagen. Wähle eine wasserfeste Sonnencreme mit Breitbandschutz und mindestens LSF 30. Trage sie großzügig auf, creme regelmäßig nach und vergiss keine Stellen.
Trinke außerdem ausreichend und versorge deine Haut täglich mit Feuchtigkeit, um Trockenheit und Schuppenbildung vorzubeugen. Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung unterstützt deine Haut zusätzlich von innen.
Ein gesunder Teint beginnt mit gesunder Haut – deshalb sollte ihr Schutz immer an erster Stelle stehen.
Quellen
[1] Jones, P., Lucock, M., Veysey, M., & Beckett, E. (2018). The vitamin D–folate hypothesis as an evolutionary model for skin pigmentation: An update and integration of current ideas. Nutrients, 10(5), 554.
[2] Jablonski, N. G., & Chaplin, G. (2010). Human skin pigmentation as an adaptation to UV radiation. Proceedings of the National Academy of Sciences, 107(Suppl. 2), 8962–8968.
[3] Raimondi, S., Suppa, M., & Gandini, S. (2020). Melanoma epidemiology and sun exposure. Acta Dermato-Venereologica, 100(11).
[4] Richards, K. M. (2024). 6 myths about tanning safety. MD Anderson Cancer Center.