Gewohnheiten etablieren: Vorsicht vor diesen drei Fallstricken

Header habit3 20161201 bw Bettina

In den bisherigen Artikeln dieser Serie sind wir auf die drei Phasen zur Bildung einer Gewohnheit, die sogenannten „keystone habits“ und die 21-Tage-Theorie eingegangen. Wenn du unsere Tipps befolgt hast, solltest du jetzt mittendrin sein, jeden Tag kleine Veränderungen vorzunehmen und langsam aber sicher in deine neue Routine finden.

Die Bildung guter Gewohnheiten ist jedoch ein fortlaufender Prozess. Egal wie sehr du gerade „im Flow“ bist, du solltest immer auf Rückschläge und Unerwartetes gefasst sein, die dich vom Weg abbringen könnten. Bring deine Fitness-Routine nicht in Gefahr. Bleib aufmerksam und vermeide, dich von solchen Situationen so zurückwerfen zu lassen, dass es Wochen dauert, bis du wieder in deine normale Routine gefunden hast.

Unterbrechungen

Situationen, die von deiner täglichen Routine abweichen, wie Krankheit oder Urlaub, können dich aus dem Gleichgewicht bringen. Wenn dadurch dein Trainingsfortschritt in Gefahr gerät, ist es am besten, deinen bisherigen Tagesablauf so weit wie möglich beizubehalten. Selbst wenn eine Verletzung oder Krankheit dich vom Training abhält, stell deinen Wecker morgens auf dieselbe Uhrzeit, steh dann auch wirklich auf und versuche alles, um am Ball zu bleiben. Auch Urlaub bedeutet nicht, dass du alles schleifen lassen musst. Du kannst aber ruhig einen Gang runter schalten. Ein gemütlicher Lauf am Strand, Dehnübungen vorm Schlafengehen, frisches Obst statt Gebäck am Hotelbüffet… das alles sind Möglichkeiten, um deine Gewohnheiten beizubehalten, auch wenn du mental und physisch gerade ganz woanders bist.

Gerate nicht in Panik und lass dich nicht demotivieren. Manchmal können sich diese Unterbrechungen sogar als wahrer Segen herausstellen. Nimm die Situation an und betrachte sie als wohlverdiente Pause und Regeneration für deinen Körper, um danach wieder mit doppelter Kraft durchzustarten.

Enttäuschungen

Jeder Mensch erlebt Enttäuschungen in seinem Leben oder verliert manchmal den Mut. Sogar Weltklasse-Athleten. Tage, an denen du es einfach nicht schaffst, eine PB zu erreichen. An denen du dich schwach fühlst und dein eigenes Spiegelbild nicht magst. Vielleicht warst du richtig konsequent und zielstrebig, aber ein Kommentar zu deiner Gewichtszunahme hat dir den Wind aus den Segeln genommen – du fühlst dich, als wärst du nicht weitergekommen, als hätte sich die ganze Arbeit nicht gelohnt. Denk daran: Diese Rückschläge sind nur temporär. In solch einer Phase wirst du dich mehr anstrengen müssen, um am Ball zu bleiben. Doch betrachte sie als Welle, die du zu Ende reiten musst: So lange du obenauf bleibst und nicht aufgibst, wirst du wieder in den Flow kommen. Negative Kommentare sind meist ein Zeichen von Neid. Nicht viele haben die Willensstärke die Leistung zu erbringen, die du an den Tag legst. Vergiss das nicht.

Übermut

Hast du schon mal vom „Killerinstinkt“ gehört? Das ist die Fähigkeit Konzentration, Fassung und Selbstkontrolle zu bewahren, wenn die Dinge gerade gut laufen. Athleten werden durch Selbstüberschätzung oft nachlässig. Das kann dazu führen, dass gute mentale Gewohnheiten durch schlechte ersetzt werden und man die Dinge schleifen lässt. Selbstbewusstsein bedeutet an sich selbst und die eigenen Fähigkeiten zu glauben, um stets das Beste aus sich herauszuholen. Übermut hingegen bedeutet zu denken, dass man es schon geschafft habe und sich nun auf seinen Lorbeeren ausruhen könne. Sobald du übermütig wirst, wirst du auch nachlässig. Du beginnst, dein Training schleifen zu lassen, weil du der Meinung bist, du hast schon genug getan. Lass es nicht so weit kommen. Natürlich sollst du stolz auf dich sein, aber vergiss nie, dass man immer noch mehr aus sich herausholen kann.

Leider ist das Etablieren guter Gewohnheiten nicht so einfach wie Zähneputzen. Du musst auf Rückschläge gefasst und bereit sein zu kämpfen. Doch diese kleinen Veränderungen sind der erste Schritt auf dem Weg zu großen Zielen. Bleib jetzt am Ball und ernte später den Lohn dafür.

Und nun wünschen wir dir viel Erfolg dabei, gute Gewohnheiten zu formen und sie beizubehalten. Sollte deine Motivation mal nachlassen, oder wenn du das Gefühl hast vom Weg abzukommen, kannst du jederzeit wieder unsere Artikel aus dieser Serie lesen. Es gibt einen guten Grund, warum du das alles machst. Vergiss das nicht und bleib dran.