Feuchtigkeitstransport bei Bekleidung: Was ist er und warum wird er benötigt?

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Laut Umfragen unter Athleten gehört Atmungsaktivität zu den als am wichtigsten bewerteten Eigenschaften von Sportbekleidung. Neben Komfort und Bewegungsfreiheit sorgt ein gutes Feuchtigkeitsmanagement dafür, dass du deine Leistung maximieren kannst. Aber nicht nur beim Workout, sondern auch im Alltag sind wir oft mit Situationen konfrontiert, die uns ins Schwitzen bringen: Der Sprint zur U-Bahn, der Weg mit dem Rad zur Arbeit, der sonnige Arbeitsplatz am Fenster…

Da Menschen homoiotherme (gleichbleibend warme) Lebewesen sind, muss Wärme, die entsteht, im gleichen Maße wieder abgegeben werden – der menschliche Körper strebt dabei nach einer konstanten Körpertemperatur von 37°C. Dies ist nicht nur für das körperliche Wohlbefinden eine wichtige Voraussetzung – Die Abgabe der Wärme sorgt auch dafür, dass die Grenze der körperlichen Belastbarkeit deutlich später erreicht wird, dein Körper nicht überhitzt und so wertvolle Energie beibehalten wird. Und die bleibt dir dann für die eigentliche Tätigkeit.

In Folge von Stoffwechselprozessen wird durch jede Aktivität im Körperinneren Wärme produziert. Gelingt es dem Körper nicht mehr die Körpertemperatur durch den eigenen Wärmetransport konstant zu halten, beginnt er zu schwitzen. Der hierbei abgesonderte Schweiß verdampft an der Körperoberfläche mit dem Ziel, den Körper abzukühlen. Grundvoraussetzung einer solchen Kühlung ist jedoch, dass der Schweiß tatsächlich verdampfen kann. Beim Tragen eines nicht funktionellen Kleidungsstücks ist dies jedoch nicht gewährt – der Wasserdampf kondensiert zwischen Haut und Textil und rinnt in flüssiger Form an der Haut herab. Durch das Anliegen des nassen Stoffes an der Haut entsteht ein unkontrollierter Wärmeverlust des Körpers, der zu einem Leistungsabfall führen kann. Um dem vorzubeugen muss das getragene Textil „atmungsaktiv sein“, sodass der Schweiß nicht auf der Haut verbleibt, sondern schnell abtransportiert werden kann. Der Begriff der „Atmungsaktivität“ wird in der Bekleidungsphysiologie deshalb häufig als Synonym für die Wasserdampfdurchlässigkeit eines Materials verwendet.

Geringe vs. hohe Aktivität – wann funktioniert welcher Stoff?

In Situationen, in denen nur geringe körperliche Aktivitäten ausgeübt werden, kommt es überwiegend auf diese „Atmungsaktivität“ an. Einflussfaktoren hierauf sind hauptsächlich die Weite der Poren des Stoffes, durch die der Wasserdampf transportiert wird, sowie die Dicke des Textils. Die „Atmungsaktivität“ ist also keine reine Frage des eingesetzten Materials, sondern der Garnstärke und der Konstruktionsweise des gesamten Stoffes. Für den Einsatz als reine Alltagskleidung sind beispielsweise Textilien aus 100% Naturfaser geeignet. Hierzu zählen beispielsweise pflanzliche Fasern wie Baumwolle oder Leinen. Sie absorbieren Feuchtigkeit sehr gut, sodass der Körper bei leichtem Schwitzen seine Energiebilanz im Gleichgewicht halten kann und kein Nässegefühl entsteht.

Bei stärkerem Schwitzen ist die Menge an Feuchtigkeit sehr viel größer und kann nicht mehr von den Fasern aufgenommen werden. Daher liegt der Fokus bei hautnah getragenen Textilien hier überwiegend auf den Mechanismen der „Adsorption und Migration“ – der Anlagerung und des Abtransports von Wasserdampf an und entlang der Faser. Der Schweiß muss hierbei möglichst schnell an die Außenschicht des Textils befördert werden, um an der Umgebungsluft verdampfen zu können.

Dies kann durch unterschiedliche Methoden erreicht werden. Zum einen kann eine chemische Behandlung des Textils vorgenommen werden, die die Geschwindigkeit des Feuchtigkeitstransports erhöht. Dieses Verfahren ist für eine Vielzahl von Materialien anwendbar – Die Chemikalie wäscht sich jedoch im Laufe der Zeit aus. Eine Alternative besteht darin, den Feuchtigkeitstransport bereits durch die Konstruktion der Fasern oder des Garns selbst zu gewährleisten. Diese Methode beruht auf dem physikalischen Effekt der Kapillarität, die dadurch gekennzeichnet ist, dass Flüssigkeiten durch Molekularkräfte an Oberflächen haftend transportiert werden. Hierbei wirken die Faserzwischenräume im Garn, bzw. die Garnzwischenräume im Textil, als Kapillaren mit Saugwirkung. Diese Anforderung kann vor allem von synthetischen Fasern erfüllt werden.

Unsere neuen Freeletics Wear Sommerprodukte im Detail

In den neuen Produkten haben wir Materialien eingesetzt, die nach letzterer Methode hergestellt werden, um dich für jede schweißtreibende Angelegenheit zu rüsten. So verfügen die Mesh-Produkte unserer Sommerkollektion über Stoffe mit COOLMAX® EXTREME Technologie. In den weiteren Produkten wurden Materialien mit drirelease® Technologie verarbeitet.

drirelease®

drirelease® Textilien halten dich während des Workouts stets kühl und trocken. Hochfunktionelles Material leitet Schweiß weg von der Haut und sorgt durch die hohe Verdunstungsaktivität auch bei Anstrengung für ein angenehmes Tragegefühl. Die drirelease® Materialien erreichen einen der höchsten Industriestandards für Trockenheit, da sie Feuchtigkeit bis zu viermal schneller als 100%ige Baumwollbekleidung abtransportieren.

Die dauerhafte Leistung des Materials wird durch die Verbindung der unterschiedlichen Fasertypen gewährleistet. Das eingesetzte drirelease® Material besteht aus einer patentierten Mischung von 85% hydrophoben (wasserabweisenden)  und 15% hydrophilen (wasseraufnehmenden) Fasern.

Zudem wurde das Material mit FreshGuard ergänzt, um der Bildung von unangenehmen Gerüchen vorzubeugen. Durch die schnelle Adsorption und Abgabe der Feuchtigkeit an die Umgebungsluft wird eine Geruchsbildung durch Bakterien verhindert.

Fakten im Überblick:

  • Schneller Schweißabtransport
  • 4-fach schnellere Trocknung als 100% Baumwolle
  • FreshGuard verhindert Geruchsbildung
  • Formstabil
  • Leichte Pflege
  • Dauerhafte Funktionalität
  • Knitterfrei

COOLMAX® PRO

Während die drirelease® Technologie auf einer bestimmten Garn- und Flächenkonstruktion beruht, ist die exzellente „Atmungsaktivität“ des COOLMAX® EXTREME Technologie auf die Faserstruktur selbst zurückzuführen. Die Fasern des COOLMAX® PRO Materials sind speziell entwickelte Profilfasern aus Polyester, deren unrunder Querschnitt eine vergrößerte Faseroberfläche aufweist und so ein Transportsystem bildet, das Feuchtigkeit schnell vom Körper wegleitet. Die größere Oberfläche ermöglicht eine schnellere Verdunstung als bei „herkömmlichen“ Fasern mit kreisrundem Querschnitt und somit eine schnelle Trocknung. Zudem wird hierdurch das Wachstum von Mikroorganismen gehemmt, was Geruchsbildung verhindert.

Fakten im Überblick:

  • Schneller Schweißabtransport
  • Hohe Luftdurchlässigkeit
  • Schnell trocknend
  • Keine Geruchsbildung
  • Formstabil
  • Leichte Pflege
  • Dauerhafte Funktionalität
  • Knitterfrei

COOLMAX® ist eine Handelsmarke von INVISTA: